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Sonntag, den 25. Juli 2004, 17:43 Uhr (veröffentlicht von Christian Hölscher) [Permalink]

Pastoralgespräch in Niederntudorf - Erzbischof sprach mit Gemeindevertretern

Am vergangenen Dienstag fand in der Kleeberghalle in Niederntudorf ein Pastoralgespräch statt. Eingeladen hatte der Erzbischof zu diesen Gesprächen Vertreter aus sämtlichen Gemeinden der Dekanate Delbrück, Paderborn und Büren. Auch aus unserer Gemeinde waren Vertreter des Kirchenvorstandes in Niederntudorf. Zunächst der offizielle Bericht von Erzbistum-Paderborn.de [Link entfernt, da nicht mehr verfügbar]:

Zum Gespräch in Niederntudorf(v.l.): Domvikar Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, Dechant Martin Göke (Delbrück), Dechant Hans Jürgen Wollweber (Paderborn), Prälat Alfons Hardt, Erzbischof Hans-Josef Becker, Karl-Josef Teilke, Dechant Hans-Josef Rüsing (Büren) und Prälat Winfried Schwingenheuer.Am Schluss seiner Pastoralreise durch das Erzbistum kam Erzbischof Hans-Josef Becker am Dienstagabend mit mehr als 200 Vertretern der Dekanate Büren, Delbrück und Paderborn zusammen. In der Niederntudorfer Kleeberghalle erläuterte er seine Vorstellungen für den künftigen Weg der Kirchengemeinden, hörte Anregungen und stellte sich mit führenden Mitarbeitern des Generalvikariats den Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der Erzbischof betonte dabei, dass für ihn der Belebung des geistlichen Lebens größeres Gewicht zukommt als den anstehenden Entscheidungen über Strukturen und Finanzen.

Dadurch, dass mehr Gläubige stürben als getauft würden, habe die Katholische Kirche in Deutschland seit den 90er Jahren 1,7 Millionen Mitglieder verloren – „das ist eine Diözese von der Größe des Erzbistums Paderborn“. Zusammen bildeten katholische und evangelische Christen in Deutschland nur noch 65 Prozent der Bevölkerung. Für die Christen bedeute dies, dass sie im Sinne des Evangeliums die Netze wieder neu auswerfen müssten. Dazu sei eine „Wiederbelebung der Kirche in den Herzen der Gläubigen“ wichtig. „Nur was wir für uns als zentral erkannt haben, kann auch nach außen strahlen.“

Es gebe immer mehr Kirchenmitglieder, die für ihre Kirchensteuer eine Serviceleistung erwarteten, die sie bei Bedarf abrufen könnten. Häufig hätten sie aber kein hinreichendes Glaubenswissen mehr. Ihnen müsse man mit niederschwelligen Angeboten entgegen kommen – zum Beispiel einer Segnung, die dem Empfang des Sakramentes voraus geht. Für ein lebendiges Christ- und Kirchesein gebe es jedoch grundsätzlich nichts Neues zu erfinden, sagte der Erzbischof zum Abschluss seiner Ausführungen: „Eine geistliche Orientierung ist das A und O des Weges der Kirche, den ich als Erzbischof in den kommenden Jahren mit Euch gemeinsam gehen werde.“

Während einer Pause konnten die mehr als 200 Zuhörer in der Kleeberghalle Fragen an den Erzbischof und seine Mitarbeiter aufschreiben, die im zweiten Teil des Abends beantwortet wurden. Auf Fragen zur Gestaltung der Liturgie betonte der Erzbischof, in einem Gottesdienst müsse sich jeder wieder finden können – er müsse auch den ansprechen, der gerade einen Schicksalsschlag hinter sich habe. Bei aller „liturgischen Spannbreite“ die es gebe, müsse es eine „Glaubwürdigkeit mit Tiefgang“ geben. Wortgottesdienste könnten auch von Laien gestaltet werden, dürften aber nicht Ersatz für eine Eucharistiefeier sein. Auch Beerdigungen durch Laien seien denkbar – der Erzbischof warnte aber davor, dass sich Priester aus der Trauerpastoral zurückzögen. Es dürfe dadurch auch nicht zu einer Rangordnung in der Gemeinde kommen, so dass der Bürgermeister vom Pfarrer und weniger bedeutende Gemeindemitglieder dann vom Laien beerdigt würden.

Ausführlich beantwortete Prälat Alfons Hardt, stellvertretender Generalvikar sowie Personalchef für die Priester und Gemeindereferenten, Fragen zum Bistumshaushalt. Durch den Rückgang der Kirchensteuer um zehn Prozent müsse das Erzbistum seine Ausgaben entsprechend anpassen. Von dieser Entscheidung sei das pastorale Personal ausgenommen. Allerdings sei in den kommenden Jahren mit jährlich 30 Pensionierungen von Priester und nur zehn Priesterweihen zu rechnen. Das Erzbistum werde weiterhin alle Gemeindereferentinnen und -referenten, die an der Katholischen Fachhochschule an der Leostraße ihren Abschluss machen in den Gemeindedienst übernehmen. Von den 15 Absolventen würden erfahrungsgemäß aber pro Jahrgang nur sechs langfristig im Kirchendienst bleiben.

Prälat Winfried Schwingenheuer und Karl-Josef Tielke von der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Generalvikariat gingen unter anderem auf die Pastoralverbünde ein. Diese böten die Chance, Aufgaben in den Blick zu nehmen, die sich eine Gemeinde alleine nicht stellen würde.

Zu Beginn des Abends hatten die Dechanten Hans-Josef Rüsing (Büren), Martin Göke (Delbrück) und Hans Jürgen Wollweber (Paderborn) ihre Dekanate kurz vorgestellt und dabei auch Sorgen angesprochen. Im Landdekanat Büren viele Gespräche in der Glaubensverkündigung auch Missionsgespräche, sagte Dechant Rüsing. Im mit vier Pastoralverbünden kleinsten Dekanat Delbrück macht man sich, so Dechant Göke, Gedanken darüber, ob das Dekanat in dieser Form weiter Bestand haben wird. Dechant Wollweber berichtete von einem zunehmendem Glaubensschwund und weniger werdendem Glaubenswissen in seinem mit 100.000 Katholiken sehr großen Dekanat.

Die Atmosphäre in Niederntudorf war sehr gut und sehr offen - auch Humor kam nicht zu kurz. Auf eine von einem Gemeindevertreter formulierte Frage, ob ein Priester eine Messe singen müsse, wenn dieser es einfach nicht könne, antwortete Erzbischof Becker mit Humor und einem Lächeln: "Nein, das muss er natürlich nicht!" [Schmunzeln im Publikum] ... "Vielleicht sollte er es auch nicht." [Lachen und Beifall im Publikum]. Auch Alfons Hardt, Personalchef, sprach sehr offen und ging auch auf sehr kritische Fragen ein, die nicht niedergeschlagen wurden, sondern mit welchen sich ehrlich beschäftigt wurde. Eine sehr angenehme Erfahrung - eine offene Atmosphäre.


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