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Mittwoch, den 31. Dezember 2003, 20:05 Uhr (veröffentlicht von Christian Hölscher) [Permalink]

Worte unseres Erzbischofs zum Jahreswechsel

An dieser Stelle möchten wir die Silvester-Predigt unseres Erzbischofs Hans-Josef Becker wiedergeben:

Das Karussell dreht sich weiter. Immer dasselbe. Ein bisschen Glanz und Lärm beim Umschalten der Jahreszahl, aber ansonsten: Der Trott geht weiter. Ist das Jahr nicht schon verbraucht, ehe es angebrochen ist? Sicherlich, Zeit ist wie eine Ware, die sich nicht frisch halten lässt und die man nicht speichern kann. Zeit verbraucht sich. Zeit zerrinnt fortwährend.

Was wäre, wenn einem heute schon der Blick ermöglicht würde in alle Zeitungen und Nachrichten des Jahres 2004? Was wäre, wenn wir heute schon die ersten Seiten der großen Politik entziffern könnten und unseren Blick werfen dürften auf die Schlagzeilen und Nachrichten aus dem Lokalteil? Was wäre, wenn uns heute schon ein Blick gewährt wäre auf jene Anzeigen mit dem schwarzen Rand? Mancher Schock nähme uns den Atem.

Angst haben wir, das neue Jahr könne uns zuviel sagen an Nachrichten, Worten und Neuigkeiten und uns damit vielleicht vor neue und schwierige und vielleicht sogar nicht lösbare Situationen und Probleme stellen.

Angst aber haben wir genau so und vielleicht noch mehr davor, dass das kommende Jahr uns zu wenig sagen könnte, dass es zu ermüdendem Nacheinander des immer Gleichen und des Nichtssagenden werden wird.

Sonderbare Menschen sind wir. Wir sehnen uns nach Ruhe, Sicherheit und überschaubarer Entwicklung, werden dann aber auch unzufrieden, wenn alles überschaubar sich wiederholt und alles mehr oder weniger kalkulierbar dasselbe ist.

Aber vielleicht sind wir doch nicht ohne Grund so; denn wir sind gemacht für ein Wort, das bleibt und gilt - und das doch immer neu ist! Und so sage ich Ihnen hier im Dom und allen Menschen unseres Erzbistums meinen Neujahrswunsch: Ich wünsche Ihnen und uns allen für jeden Tag das bleibende, gültige und doch stets neue Wort, das Wort Gottes!

Dieses Wort allein hat Kraft, wenn Erschütterungen kommen und wenn Enttäuschungen und Ratlosigkeiten an uns zehren. Dieses Wort allein hat Kraft, Sinn zu geben und Trost zu spenden und unbestechliche Klarheit zu gewähren.

Und dieses gleiche Wort hat die Kraft, den Alltag herauszuholen aus dem Trott der lästigen Wiederholung, der Langeweile und aus der Erschöpfung des Immer-Selben.

Bewusst kleide ich meinen Wunsch so ein, bewusst wünsche ich uns, dass Gottes Wort offene Annahme und Aufnahme findet. Wieso? Wie viele Worte bestimmen täglich unser Leben? Wie viele Worte bilden unsere Umwelt? Unsere Dauerbedingungen schaffen so etwas wie eine Luft, die wir ständig atmen. Da scheint es mit dem Umweltschutz noch schlechter zu stehen als im ökologischen und ökonomischen Bereich. Geradezu ausgeliefert ist jeder von uns dieser Wortüberschwemmung, dem Gerede, den Urteilen und Vorurteilen, den Bosheiten und Nichtigkeiten.

Er ist ausgeliefert jenen Worten, die zu viel und jenen Worten, die zu wenig sagen.

Aber es gibt ihn, den notwendigen Schutz. Es gibt sie, die reine Atmosphäre. Es gibt das Wort, wovon wir leben können: Gott selbst sagt es uns. In diesen Tagen feiern wir es: Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Gott selbst will es ins Leben eines jeden von uns hineinsprechen, und er tut es auch.

Das Jahr 2004 wird so viel Frieden, so viel Beglückung, Trost und Heil in sich haben, so viel Leben mit sich bringen wie vom Wort Gottes unter uns und in uns selber leben darf.

Und deshalb wünsche ich unserem Bistum, den nahen und fernen Christen, uns allen und jedem Einzelnen für jeden Tag sein geleitendes und lebendiges Wort.

Amen.

Quelle: Erzbistum-Paderborn.de


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