Kapelle St. Luzia, GrundsteinheimKatholische Kirchengemeinde St. Alexander Iggenhausen und St. Luzia, GrundsteinheimPfarrkirche St. Alexander, Iggenhausen

Aktuelle Neuigkeiten

Donnerstag, den 03. Juli 2003, 06:35 Uhr (veröffentlicht von Christian Hölscher) [Permalink]

Weihbischof Becker so gut wie neuer Erzbischof. Amtseinführung zu Libori?

Es scheint, dass die Zeit des Sedisvakanz im Erzbistum Paderborn ihrem Ende zugeht. Übereinstimmend berichten mehrere Organe der Presse, dass offenbar der momentane Diözesanadministrator Weihbischof Hans-Josef Becker der neue Erzbischof wird.

Designierter Erzbischof Becker

Als der Paderborner Weihbischof Hans-Josef Becker (55) vor zwei Tagen in der kleinen Ortschaft Oestereiden bei Lippstadt von einem Zeitungsreporter nach persönlichen Erfahrungen in seiner Arbeit gefragt wurde, da hat er spontan geantwortet, dass man als hoher Geistlicher „sehr viel Humor“ benötige, um den bisweilen anstrengenden Job zu bewältigen. Sodann gab Becker noch seiner ernsten Hoffnung Ausdruck, dass der neue Erzbischof von Paderborn noch bis zum traditionellen Liborifest, das in der letzten Juliwoche beginnt, namentlich benannt wird. Sprach da ein Schelm?

Einen Tag später sickerte nämlich aus informierten Kreisen durch: Der designierte Nachfolger des im Juli vergangenen Jahres verstorbenen Erzbischofs Johannes Joachim Kardinal Degenhardt ist Becker selbst.

Das Paderborner Generalvikariat wollte die Nachricht gestern zwar offiziell noch nicht bestätigten. Doch in den Landesregierungen von Hessen, NRW und Niedersachsen weiß man ebenso Bescheid, wie im Paderborner Metropolitankapitel, das aus insgesamt 14 Wahlberechtigten, sämtlich hohe geistliche Würdenträgern, besteht. Hans-Josef Becker ist ihr Auserwählter und nur der Papst könnte die offizielle Ernennung zum Degenhardt-Nachfolger jetzt noch stoppen.

Aber das gilt als äußerst unwahrscheinlich, weil nach der Logik des Kirchenrechtes Johannes Paul II. den Kandidaten Becker selbst vorgeschlagen haben muss. Im Paderborner Generalvikariat scheint man sich auf eine baldige Amtseinführung des neuen Erzbischofs einzustellen. Sie könnte vielleicht schon am 27. Juli, dem Hauptfeiertag der Libori.woche, stattfinden.

Hans-Josef Becker blieb trotz des unerwarteten Rummels um seine Person ganz ruhig. Der Weihbischof sei „im Dekanat Rüthen unterwegs und deshalb nicht zu sprechen“, hieß es in seinem Sekretariat. Am Nachmittag sprach der zukünftige Erzbischof in der kleinen Ortschaft Kneblinghausen zu jungen Katholiken, allerdings ohne ein Wort über seine eigene Zukunft zu verlieren.

„In verbum autem tuo“ (Auf Dein Wort hin) – diesen Vers aus dem Lukasevangelium hatte Becker vor langer Zeit zu seinem ganz besonderen Wahlspruch gemacht. Die Worte zitieren .Simon Petrus, der trotz zuvor vergeblicher Arbeit und entgegen seiner Erfahrung als Fischer dem Wort Jesu vertraut und die Netze zum Fang auswerfen will.

Wenn nicht alles täuscht, dann hat auch Hans-Josef Becker nun einen ganz dicken Fang gemacht, indem er Oberhaupt von 1,8 Millionen Katholiken im Paderborner Erzbistum wird. Trotzdem bleibt fraglich, ob er selbst so richtig „heiß“ auf diesen prominenten Posten ist. Denn Becker gilt kirchenintern als bodenständiger Mann, der eine Karriere wohl kaum unter Einsatz seiner Ellenbogen angestrebt hat.

Von ihm ist der Satz überliefert, am liebsten wäre er „einfacher Pfarrer in Lippstadt“ geblieben. Aber wenn ein katholischer Priester von ganz oben zu Höherem gerufen wird, dann kann und darf er nicht nein sagen. So lautet ein ungeschriebenes Kirchengesetz.

Hans-Josef Becker wurde in Warstein-Belecke geboren, nach seiner Priesterweihe im Jahre 1977 war er außer in Lippstadt noch in Paderborn und Minden als Seelsorger tätig. Es ist nicht ganz einfach, den Sauerländer theologisch einzuschätzen. Laute Kritik an bestehenden Strukturen ist von ihm kaum zu erwarten, als Reformer gilt Becker nicht. Ohne Musik wäre er „nicht zur Theologie gekommen“ und die klassischen Stücke speisten seine Energie, hat Becker anlässlich seiner Wahl zum Weihbischof im Januar 2000 der Kirchenzeitung „Dom“ anvertraut.

Als Personalchef gelernt zu schweigen. Schon dieser Karrieresprung, sagte er damals, sei für ihn eine „Überraschung“ gewesen und sie habe ihn sogar „betroffen“ gemacht. Damals gab Becker noch preis, er habe in seiner früheren Tätigkeit als Leiter der Zentral.abteilung Pastorales Personal im Erzbistum , wo er den Einsatz von 1.300 Priestern und 220 Gemeindereferenten koordinierte, zu schweigen gelernt, „weil Personalangelegenheiten immer auch etwas mit Diskretion zu tun“ hätten.

In der öffentlichen Debatte der letzten Wochen über die mögliche Degenhardt-Nachfolge war der Name Becker nicht genannt worden. Vielmehr wurde spekuliert, ob der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode oder der Erfurter Bischof Joachim Wanke den Stab in Paderborn übernehmen würden. „Der Amtsinhaber steht nicht über der Kirche, sondern in der Kirche“, hat Hans-Josef Becker unlängst gesagt.

Den Beweis, dass er das Erzbistum führen kann, hat er bereits angetreten. Als dienstältester Weihbischof in Paderborn wurde Becker nach dem Tod Degenhardts für die Zeit der Sedisvakanz zum Diözesan-Administrator gewählt.

Quelle: Neue Westfälische


zurück zur Startseite  |  alle Nachrichten anzeigen


  

LOGIN in den ADMINBEREICH

 

 

 

Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr erfahren Ok