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Donnerstag, den 10. Juni 2004, 15:50 Uhr (veröffentlicht von Christian Hölscher) [Permalink]

Predigt des Erzbischofs zu Fronleichnam

Wir möchten an dieser Stelle anlässlich des heutigen Fronleichnamstages über Worte unseres Erzbischofs Hans-Josef Becker zu diesem Anlass berichten.

Erzbischof Becker

Als Kristallisationspunkt unseres Christ- und Kirche-Seins hat Erzbischof Hans-Josef Becker das Sakrament der Eucharistie in seiner Predigt zum Fronleichnamsfest bezeichnet. „Die Kirche lebt von der Eucharistie“: Diesen Satz aus der Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ Papst Johannes Pauls II. sei jeder Ortskirche ins Stammbuch geschrieben worden.

„All unsere geistlichen, pastoralen und auch organisatorisch-strukturellen Bemühungen sollten diesen Kern unseres gemeinsamen Glaubens im Blick haben“, so der Erzbischof.

Auch die viel diskutierte Instruktion „Redemptionis Sacramentum“ diene in erster Linie der vertieften Wertschätzung der Eucharistie und sollte nicht als „Einschärfung liturgischer Normen“ verstanden werden. In diesem Sinne rief Erzbischof Becker die Christen des Erzbistums dazu auf, „aus dem Geist der Eucharistie zu leben und nicht am Buchstaben des Gesetzes hängen zu bleiben“: „Nicht kleinliche Rechthaberei, sondern ein lebendiges geistliches Leben aus der Kraft der Eucharistie sollte für uns wegweisend sein!“ Er gehe aber auch davon aus, dass man im Erzbistum um die bewährten liturgischen Reglungen wisse. Falsche Eigenmächtigkeiten verabschiedeten das Sakrament in die Belanglosigkeit. Zu recht habe der Papst in seiner Enzyklika festgestellt: „Die Eucharistie ist ein zu großes Gut, um Zweideutigkeiten und Verkürzungen zu dulden.“

Erzbischof Becker zitierte in seiner Predigt außerdem die Dichterin Luise Rinser, die sich in ihrer Erzählung „Septembertag“ der Eucharistie mit vier kurzen Aussagen näherte: „der Herr ist da, das Geheimnis ist tägliches Brot, dient zum Essen, wirkt Liebe“. Diese Aussagen enthielten wichtige Mosaiksteine des Geheimnisses der Eucharistie: dass im unscheinbaren Zeichen des Brotes der Herr wirklich da sei; dass man in der Eucharistie täglich beim Herrn sein dürfe und durch sie Jesus Christus in einer Dichte und Tiefe erfahren könne, die sich kaum in Worte fassen lasse; dass derjenige, der Christus in der Eucharistie aufnehme, Schritt für Schritt „christusförmiger“ werde und sich so von ihm mehr und mehr durchformen lasse; und schließlich dass die Eucharistie das Symbol göttlicher Liebe sei, die ihren Ursprung habe in der unvorstellbaren Liebe, mit der der Vater den Sohn als Mensch unter Menschen in die Welt sende.

Quelle: Erzbistum-Paderborn.de


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