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Samstag, den 01. Januar 2011, 11:46 Uhr (veröffentlicht von Christian Hölscher) [Permalink]

J. Wienold: 70 Jahre Organist - und: Besuch von Weihbischof König

Am heutigen Samstag konnten wir bei uns in der Pfarrgemeinde Herrn Weihbischof Matthias König aus Paderborn begrüßen. Er hatte sich bereit erklärt, die Seelsorger unseres Pastoralverbundes zu unterstützen und anlässlich des Hochfestes der Gottesmutter Maria in Iggenhausen einen Gottesdienst mit uns zu feiern.

Als Gemeinde konnten wir heute noch einen anderen Anlass begehen: Johannes Wienold kann auf 70 Jahre Tätigkeit als Organist zurück blicken. Da passte es sich sehr gut, dass der Weihbischof anwesend war.

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Als annus horribilis (lateinisch für schreckliches Jahr) bezeichnete Weihbischof Matthias König in Anlehnung auf den von Königin Elisabeth II. geprägten Ausdruck in seiner Predigt das vergangene Jahr 2010 für die Kirche. Die Missbrauchsfälle und der Umgang der Katholischen Kirche mit denselben sei Dauerthema in den Medien gewesen. Den Medien dankte er für die Arbeit, welche der Kirche letztlich auch geholfen habe, das Thema anzugehen. Andererseits habe man zum Teil allerdings auch den Eindruck gewinnen können, dass in Teilbereichen der Medienlandschaft eine regelrechte Kampagne gegen die Kirche gestartet worden sei. Missbrauch von Schutzbefohlenen sei in anderen Bereichen ebenfalls Thema, sei es in Familien oder aber auch sonstigen Institutionen der Gesellschaft. Der Weihbischof verwies auf das ehrenamtliche Engagement, das in Kirchen und durch Kirche stattfinde: 80% der ehrenamtlichen Arbeit in Deutschland geschehe im kirchlichen Bereich. Vor dem Hintergrund meinte er weiterhin, dass nicht auszudenken sei, wie die Gesellschaft ohne diese erhebliche ehrenamtliche Prägung aussähe. Er verlieh weiterhin seiner Zuversicht Ausdruck, dass die schmerzlichen Einschnitte und Verluste in den Kirchen auch Platz schaffe für Neues, das in der Kirche entstehen werde.

Vom heutigen Tag sind Bilder online, die hier angesehen werden können.

Es folgt die Ansprache von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand anlässlich des Jubiläums von Johannes Wienold:

Iggenhausen, den 1. Januar 2011

Sehr geehrter Herr Weihbischof König,
liebe Gemeinde,

im Namen der Pfarrgemeinde St. Alexander Iggenhausen und St. Luzia Grundsteinheim möchte ich Sie herzlich hier in unserer Pfarrkirche willkommen heißen.

Mit so hohem Besuch zum Jahresanfang haben wir gar nicht gerechnet und freuen uns umso mehr, da wir heute - am Hochfest der Gottesmutter Maria - ein besonderes Jubiläum in unserer Gemeinde begehen, welches Sie nun mit uns zusammen feiern können.

Unser Diakon Johannes Wienold konnte erst vor wenigen Wochen, am 8. Dezember, im kleinen Kreise sein 25-jähriges Weihejubiläum als Diakon begehen. Und doch möchten wir schon heute auf ein weiteres, bedeutendes Jubiläum blicken, das wir zusammen mit ihm feiern dürfen. Wir stehen heute am Beginn eines neuen Kalenderjahres. Ich möchte jetzt einmal 70 Jahre zurück schauen. Unsere Gemeinde befand sich im Januar 1941 - wie die ganze Welt - im Krieg. Es waren sehr schwierige Zeiten. Für Johannes Wienold brachte der Januar des Jahres 1941 aber eine ganz persönliche Veränderung mit sich.

Zwei Jahre zuvor, 1939, im Alter von 12 Jahren, hatte er seinen Unterricht an der Kirchenorgel in Paderborn aufgenommen. Busse waren damals kein Thema, Autos schon gar nicht. Mit dem Fahrrad ging also es einmal die Woche nach Paderborn und zurück, wo ihm der damalige Organist der Franziskanerkirche, Hermann Schlüter, und nach dessen Versetzung Alfred Schürmann, Organist am Hohen Dom zu Paderborn, Unterricht erteilten. 1941 war es soweit: im Januar umrahmte er Andachten und Werktagsmessen mit seinem Orgelspiel. Die Lehrer spielten damals - so sagte Herr Wienold uns - nur sonntags zum Hochamt. Am 1. September 1941 übernahm Johannes Wienold in Grundsteinheim, unserer Kapellengemeinde, von Lehrer Pagendarm die komplette Organistentätigkeit. Im Januar 1943 kam Iggenhausen ebenfalls komplett dazu, nachdem der Iggenhausener Lehrer Theus sein Organistenamt niedergelegt hatte. 1944 wurde Johannes Wienold vom Krieg eingeholt. Im Juni folgte die Einberufung zum Reichsarbeitsdienst, im September schließlich jene zur Wehrmacht. Glücklicherweise konnte er schon im Oktober 1945 aus englischer Kriegsgefangenschaft zurückkehren und den Organistendienst wieder aufnehmen.

Die Anschaffung und Disposition der aktuellen Instrumente in den Kirchen wurde von ihm maßgeblich begleitet. Lange Zeit hat Johannes Wienold auch die Wartung der Orgeln übernommen. Ein besonderes Anliegen war ihm die Erweiterung und Einstudierung des geistlichen Liedgutes, gerade auch bei Einführung des Gotteslobes in den siebziger Jahren.

Seine Organistentätigkeit war nur der Beginn für viele weitere Aufgaben, die Johannes Wienold in den nächsten Jahrzehnten für die Kirchengemeinde wahrnehmen sollte. Mit besonderer Akribie hat Johannes Wienold über Jahrzehnte die Kirchenbücher geführt. Die Schriftstücke der Kirchengemeinde haben im wörtlichen Sinne ein halbes Jahrhundert seine Handschrift getragen. Bis 2005 führte Johannes Wienold die Pfarrchronik und kümmerte sich um die Finanz- und Vermögensverwaltung. Besonders zu erwähnen sind seine kirchenhistorischen Bemühungen, auf Grund derer die Gemeinde ihre Priester und Ordensleute bis ins 14. Jahrhundert hinein zurückverfolgen kann - was besonders zu erwähnen ist, da die Kirchenbücher 1716 in Iggenhausen Opfer eines Brandes geworden sind. Johannes Wienold hat unzählige Stunden mit Recherchen in verschiedensten Archiven in ganz Nordrhein-Westfalen verbracht und so der Gemeinde einen Teil ihrer dokumentierten Geschichte zurückgegeben, die mit dem Brand verloren gegangen war.

In seiner Eigenschaft als Küster trägt Johannes Wienold seit 1970 bis heute Sorge für "seine" Kirche in Iggenhausen. Er hat sie durch persönlichen Einsatz und viel Arbeit zu einem Schmuckstück gemacht. Der Innenraum trägt zu einem großen Teil seine Handschrift. Seine Tätigkeit ist immer weit hinausgegangen über die eigentlichen Aufgaben eines Küsters. Ein Großteil der Inneneinrichtung konnte erst durch seinen Einsatz beschafft werden. Die Einrichtung der Pfarrkirche hat er zusammen mit Herrn Restaurator Ludwig Schäfers vor einigen Jahren dokumentiert. Die Dokumentation steht unter anderem auf der Internetseite der Gemeinde zur allgemeinen Verfügung.

Von 1964 bis 1985 war Johannes Wienold im Kirchenvorstand der Gemeinde tätig. Während all dieser Zeit führte er das Protokollbuch des Gremiums. Auch im Pfarrgemeinderat war Johannes Wienold von 1977 bis 1985 tätig, zeitweise als stellvertretender Vorsitzender, später als Vorsitzender.

Am 16.11.1982 meldete sich Johannes Wienold auf Anregung von Pfarrer Waterkamp zum Theologiestudium für den ständigen Diakonat an. Am 8. Dezember 1985 wurde er zum Diakon geweiht. Seit seiner Weihe ist er als Seelsorger immer für die Gemeinde da gewesen und war auch für den bis 2006 in Iggenhausen ansässigen Pastor Damian Brysch über Jahre eine besondere Stütze und Hilfe, als dieser gesundheitlich angeschlagen war.

Über viele Jahre hat Johannes Wienold die Firmvorbereitung in Iggenhausen und Grundsteinheim durchgeführt. Sein Einsatz in der Katechese hat vielen Gemeindemitgliedern den Glauben näher gebracht.

Diese Liste könnte weiter fortgeführt werden, so umfangreich waren und sind die Tätigkeiten, die Johannes Wienold in Iggenhausen und Grundsteinheim versehen hat.

Herr Wienold, wir sind Ihnen als Kirchengemeinde sehr dankbar für die viele geleistete Arbeit. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie Gesundheit und alles Gute für hoffentlich noch viele Jahre in unserer Gemeinde.

Im Namen der Gemeinde
Der Pfarrgemeinderat und der Kirchenvorstand


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