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Aktuelle Neuigkeiten

Donnerstag, den 25. September 2014, 06:49 Uhr (veröffentlicht von Christian Hölscher) [Permalink]

Erntedank in unserer Gemeinde

Am Samstag, dem 4. Oktober ist es wieder soweit: der Gottesdienst um 17:30 Uhr steht unter anderem im Zeichen des Erntedanks. Auch in diesem Jahr werden wir zu diesem Anlass wieder die KLJB-Aktion Minibrot unterstützen. Bei der Aktion Minibrot werden in unserer Gemeinde zum Gottesdienst am 4.10. Brötchen verkauft werden, deren Erlös in diesem Jahr vor allem den Bau eines Hostels für ein Mädcheninternat, für eine Schule für Jugendliche in der Landwirtschaft und die Anschaffung von Fährbooten - alles in Sambia - verwendet wird.

Illustration

Auf den reich geschmückten Altären, die man zum Erntedankfest in den Kirchen bewundern kann, darf ein meist besonders gebackenes Brot nicht fehlen. Häufig sind die Laibe so groß wie ein Wagenrad, verziert mit einem Kreuz oder mit Trauben und Ähren. Für 85 Prozent der Deutschen sind Getreide und Brot die wichtigsten Erntedanksymbole, wie eine Umfrage der „Vereinigung Getreide-, Markt- und Ernährungsforschung“ im Jahr 2013 ergeben hat. Das verwundert nicht, denn das Gebäck aus Getreide, Wasser, Würze und Treibmittel ist das Grundnahrungsmittel der Deutschen und bedeutet zugleich viel mehr.

Brot für das Leben

Jesus Christus selbst hat sich als das „Brot des Lebens“ bezeichnet (Joh 6,35), in der Eucharistiefeier und dem Abendmahl ist er selbst im Brot gegenwärtig. In der Bibel spielt das Brot eine zentrale Rolle. Im Vaterunser bitten wir um das tägliche Brot, das damit stellvertretend für die Bitte um unsere menschliche Existenz steht. Das Brot ist Bindeglied einer christlichen Werte- und Lebensgemeinschaft, wie es die 1959 gegründete evangelische Aktion für Notleidende „Brot für die Welt“ ausdrückt, die sich bei ihrer Namensgebung bewusst für dieses zentrale christliche Symbol entschieden hatte.

Geschichten und Museen

Wer sich in diesen Tagen der Erntezeit und des Erntedankfestes eingehender mit dem Symbol Brot beschäftigen möchte, hat dazu vielfältige Möglichkeiten. Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche in Deutschland hat auf ihrer Internetseite (www.velkd.de/brotgeschichten.php) „Brotgeschichten“ gesammelt, vor allem aus der Zeit, in der das Brot knapp war, nach dem Zweiten Weltkrieg. Zum Beispiel die Geschichte einer Bäuerin, die 1945 in den letzten Kriegstagen einer Mutter mit zwei Kindern einen Laib Brot für die Flucht mitgab. Diesen Laib teilte die Mutter bei der Beerdigung des dritten Kindes mit dem Pfarrer und weiteren Hungrigen. Bis heute wird das Grab dieses Kindes in Ehren gehalten.

Lohnend ist auch ein Besuch eines der Museen für Brotkultur, die beispielsweise in Ulm, dem niedersächsischen Ebergötzen und dem westfälischen Nieheim zu finden sind. Sie erzählen Geschichte und Geschichten rund um das Brot, für das allein in Deutschland 3150 verschiedene Sorten im 2011 gegründeten „Brotregister“ aufgeführt sind.

Lange Tradition

Die erste „Hochkultur des Brotes“ hat bereits in Ägypten im dritten Jahrtausend vor Christus bestanden. Sie haben wohl schon 30 verschiedene Brotsorten gekannt. Die Römer haben schließlich den klassischen Brotbackofen in Kuppelform auf einem Unterbau erfunden. Heute bestehen ganz verschiedene Backtechniken, Brot wird aus sehr unterschiedlichen Getreiden hergestellt, außerdem werden zahlreiche Zutaten hinzugegeben, wie Nüsse, Zwiebeln oder auch Karotten. Und bis heute haben sich im Alltag alte Rituale rund um das Brot gehalten. Zum Beispiel schlagen manche vor dem Anschneiden ein Kreuz über dem Brot, oder man schenkt zu einem Einzug in ein neues Haus Brot und Salz als Segensgaben. Zu Recht ziert also das Brot den festlichen Erntedankaltar, mit dem wir Danke sagen für alle guten Gaben, die Gott uns täglich schenkt.

Marc Witzenbacher
aus: Magnificat. Das Stundenbuch, 10/2014, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de


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