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Aktuelle Neuigkeiten

Samstag, den 23. Juli 2011, 11:48 Uhr (veröffentlicht von Christian Hölscher) [Permalink]

Einladung des Erzbischofs zum "Tag der 13 Räume"

Es folgt ein Bericht von Gemeindeassistentin Annette Wagemeyer:

Die Kirche insgesamt, und somit auch das Erzbistum Paderborn mit seinen Pfarreien, Pastoralverbünden und Gemeinden, befindet sich in einer tiefgreifenden Umbruchsituation. Die gesellschaftlichen Veränderungen und der demografische Wandel stellen die Kirchen, wie alle anderen großen Institutionen, vor existentielle Herausforderungen. Deshalb forderte unser Erzbischof Hans-Josef Becker mit der Perspektive 2014 eine grundsätzliche Neuausrichtung der territorialen und kategorialen Pastoral in größer werdenden Räumen. Die derzeit über 200 bestehenden Pastoralverbünde und Pfarreien unseres Bistums sollen in einer geistlichen Erneuerung ihres gesamten gemeindlichen Lebens in 88 Pastorale Räume umstrukturiert werden.

Dabei ist unser Pastoralverbund Lichtenau einer der ersten von 13 Pastoralen Räumen, die an den Start gegangen sind. Wir stehen damit als Kirche in Lichtenau vor ganz neuen Herausforderungen. Die Vorbereitungsphase hat bereits mit dem Kurs des Pastoralverbundsleiters, einer mehrtägigen Klausurtagung des gesamten Pastoralteams und der weiteren Begleitung durch die beiden Gemeindeberater Frau Jungblut und Herr Morfeld einen langen Zeitraum in Anspruch genommen. Und seit Herbst 2010 sind auch die Mitglieder des Pastoralverbundsrates als Vertreter der Gemeinden u.a. die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden an dieser Neustrukturierung beteiligt.

13 Räume 13 Räume 13 Räume 13 Räume
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Am Samstag, den 2. Juli, waren nun die Vertreterinnen und Vertreter der 13 Pastoralen Räume eingeladen, dem Erzbischof von ihren bisherigen Erfahrungen zu berichten. Die Bistumsleitung wagte ganz neue Schritte und lud neben den Leitern und den Pastoralteams auch die Vertreter der Gemeinden ein. Zu Beginn des Tages im Berufskolleg Schloss Neuhaus wurde gemeinsam das Lied »Wegweiser« mit dem Refrain "Neue Schritte zu wagen bis ans Ende der Tage, hilf freundlicher Gott" gesungen. Jedem Pastoralen Raum wurde daraufhin eine Kerze überreicht - als Zeichen, dass Christus mitgeht. In seiner Begrüßung betonte der Erzbischof, dass der Tag von großer Bedeutung für das gemeinsame Lernen aller Ebenen im Erzbistum sei und in diesem Veränderungsprozess nur ein Miteinander und kein Neben- oder Gegeneinander möglich ist. In einer ersten Diskussionsrunde bekam jeder Pastorale Raum einen Ansprechpartner als offiziellen Vertreter des Erzbischofs und einen Protokollanten zur Seite gestellt. Der Pastorale Raum Lichtenau war vertreten durch Ursula Hüneke (kfd-Vertreterin), Renate Lübbers (PGR-Vorsitzende St. Johannes Baptist), Bettina Nolte (PGR-Vorsitzende St. Achatius), Andrea Schulze (PGR-Vorsitzende St. Kilian), Angela Wächter (PGR-Vorsitzende St. Alexander), Annette Wagemeyer (Gemeindeassistentin) und Diakon Walter Wiedemeier. In unserer Gruppe wurde mit Regens Wischkony offen über Probleme, Herausforderungen und Chancen gesprochen. Von unserer Seite benannten wir u.a. Verlustängste, die durch die Neuordnung der Pastoralen Räume entstehen, Kommunikationsprobleme und fehlende Informationen für die Gläubigen in den Gemeinden. Als Herausforderungen für unseren Pastoralen Raum Lichtenau zeigten sich die vielen Gottesdienstorte bei stark reduzierter Priesterzahl und die teils weiten Wege in unserer großen Flächengemeinde. Chancen sah die Gruppe in dem vielfältigen Engagement der Gläubigen in den unterschiedlichsten Bereichen wie Firmvorbereitung, Kinder- und Familiengottesdienste, Caritas um nur einige zu nennen.

In einer zweiten Runde nach einem kleinen Imbiss wurden die Gruppen vermischt und die Inhalte der "Perspektive 2014" diskutiert. Als zentrales Anliegen stellte nämlich der Erzbischof in seiner Zwischenbilanz im November 2009 das Weiterleben des Glaubens in unseren Breiten heraus und zeigte die besondere Bedeutung von vier Bereichen auf: "Taufberufung fördern", "Ehrenamt", "Missionarisch Kirche sein" und "Caritas und Weltverantwortung". Diese Themen sowie das Thema "Berufung" wurden jeweils in einer neugebildeten Gruppe bedacht. Die Teilnehmerinnen wurden so in die Meinungsbildung einbezogen und konnten ihre Anregungen und Vorschläge einbringen. Der Erzbischof lobte den Tag, der auch die Ehrenamtlichen am diözesanen Prozess beteiligte und damit ein Gelingen der diözesanen Umstrukturierung in Aussicht stellt.

Die geistliche Besinnung zum Abschluss des Tages gestaltete der Erzbischof gemeinsam mit Dr. Bergit Peters zum Thema "Garten". "Weil positive Bilder nötig sind, wenn es darum geht, Neuland zu betreten", so der Erzbischof. Alle Anwesenden erhielten eine Postkarte mit dem Bild "Der große Gärtner" von Emil Nolde. An je eine Vertreterin bzw. einen Vertreter der Pastoralen Räume überreichte der Erzbischof einen Rosenstock als symbolhaftes Geschenk mit dem Auftrag zur verantwortungsvollen Pflege und der unausgesprochenen Bitte, den Pastoralen Raum und die Menschen dort zu pflegen. Unterstützt wurden diese Gedanken noch mit einem Gedicht von Hilde Dormin:

Nur eine Rose als Stütze

"Ich richte mir ein Zimmer ein in der Luft
unter den Akrobaten und Vögeln:
mein Bett auf dem Trapez des Gefühls
wie ein Nest im Wind
auf der äußersten Spitze des Zweigs.
Ich kaufe mir eine Decke aus der zartesten Wolle
der sanftgescheitelten Schafe die
im Mondlicht
wie schimmernde Wolken
über die feste Erde ziehen.
Ich schließe die Augen und hülle mich ein
in das Vlies der verläßlichen Tiere.
Ich will den Sand unter den kleinen Hufen spüren
und das Klicken des Riegels hören,
der die Stalltür am Abend schließt.
Aber ich liege in Vogelfedern, hoch ins Leere gewiegt.
Mir schwindelt. Ich schlafe nicht ein.
Meine Hand
greift nach einem Halt und findet
nur eine Rose als Stütze."
Hilde Dormin (1909 -2006)

Annette Wagemeyer
(Gemeindeassistentin im Pastoralverbund Lichtenau)


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