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Donnerstag, den 02. Juni 2011, 18:26 Uhr (veröffentlicht von Christian Hölscher) [Permalink]

Bericht: Wallfahrt über Grundsteinheim nach Kleinenberg

Diese Meldung wurde mit einem Bericht und Bildern aktualisiert! Siehe unten. Ursprüngliche Meldung vom Montag, dem 23. Mai:

Am kommenden Sonntag führt eine Wallfahrt aus Paderborn nach Kleinenberg. Die Wallfahrer “marschieren” von Grundsteinheim aus zu Fuß bis nach Kleinenberg. Zu beachten ist, dass die Wallfahrt in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus durchgeführt wird. [1] Es folgen Informationen zur Wallfahrt von einem der Organisatoren der Wallfahrt, Franz-Josef Mehring aus Paderborn, zu welcher auch “natürlich (…) alle Iggenhausener und Grundsteinheimer eingeladen” sind, wie er in einer E-Mail an uns schrieb:

Zur 4. Wallfahrt der Tradition von Paderborn zum Marienwallfahrtsort Kleinenberg zur “Helferin vom Berge” sind alle Interessierten am 29. Mai 2011 eingeladen. Es besteht die Möglichkeit mit Fahrgemeinschaften/Bus oder als Fußpilger sowie als privater Pilger an dieser Wallfahrt teilzunehmen. Das genaue Programm gestaltet sich wie folgt:

  • 6.15 Uhr Sammeln der Fußwallfahrer an der Liborikapelle in Paderborn. Organisation der Mitfahrgelegenheiten. Bei schlechtem Wetter: Treffen um 10 Uhr an der Liborikapelle, Wallfahrtssegen, Abfahrt mit PKW oder Bus
  • 6.20 Uhr Wallfahrtssegen in der Liborikapelle mit H.H. Prälat Dr. H. Schmitz
  • 6.40 Uhr Abfahrt nach Grundsteinheim
  • 7.00 Uhr Abmarsch von Grundsteinheim (Bundesstraßenbrücke)
  • 9.00 Uhr Ankunft in Lichtenau und Weitermarsch nach Kleinenberg
  • 10.00 Uhr Abfahrt mit PKW oder Bus vom Liboriberg
  • 11.00 Uhr Ankunft in Kleinenberg, Feierlicher Einzug in die Wallfahrtskirche
  • 11.30 Uhr Lateinisches Festhochamt im alten Ritus [1] in der Wallfahrtskirche, Zelebrant und Festprediger: Monsignore Otto Brauer, Paderborn
  • 15.00 Uhr Maiandacht am Brünneken, Prozession zur Wallfahrtskirche, Te Deum und sakramentaler Segen

Nähere Informationen und Anmeldungen für Fuß- und Buspilger bei Franz-Josef Mehring, Tel.: 0176/20609522 oder im Internet.

Eine Anmerkung: Wer am 29. Mai nicht bis nach Kleinenberg, aber trotzdem eine Prozession gehen möchte, der kann übrigens bei uns in der Gemeinde bleiben, denn am Sonntag ist im Anschluss an den Gottesdienst um 8:45 Uhr in Iggenhausen Bittprozession.

Ergänzung vom 2. Juni

Es folgt ein Bericht von einem der Teilnehmer, Dr. Wolfgang Kühnhold:

Auf dem Liboriberg, sonst eher bekannt für fröhliches Jahrmarktstreiben, traf sich am Sonntag, den 29. Mai 2011, kurz nach 6 Uhr eine kleine Gruppe um einen Herrn in schwarz. Aber die Erschienenen gehörten weder zu den verspäteten Nachschwärmern, die an der nahen Rosenstraße ihr Frühstücksbier tranken, noch waren sie traurig gestimmt, was die schwarze Farbe nahe legen könnte. Froh gestimmt bereitete man sich für die Wallfahrt zur Muttergottes vom Kleinen Berge vor. Prälat Dr. Heribert Schmitz - der “Herr in schwarz” spendete den Wallfahrtsegen. Danach stieg man in Autos und fuhr zum Abmarschpunkt in Grundsteinheim. Von dort ging es über Lichtenau, wo um 9 Uhr weitere Fußpilger dazukamen; selbst aus Kassel waren einige angereist. Um 11 Uhr dann war die Ankunft in Kleinenberg, wo Monsignore Otto Brauer die Gruppe begrüßte. Mittlerweile trafen auch die Autofahrer ein, so dass zum Einzug die Marienkapelle voll besetzt war, die Bänke und Sitzgelegenheiten reichten nicht aus, alle Gläubigen zu fassen, einige mussten stehend mitfeiern.

Bereits zum vierten Mal fand diese Wallfahrt statt. Im Motu Proprio, erlassen am 7. 7. 2007, hatte der Heilige Vater, Benedikt XVI, klar gestellt, dass die “Alte Heilige Messe” niemals verboten war, und die Möglichkeit geschaffen, sie als außerordentliche Form des römischen Ritus überall zu feiern. Dank dem H.H. Erzbischof konnte in Paderborn sehr bald nach Inkrafttreten der Verordnung die Heilige Messe in dieser Form gefeiert werden, zunächst mittwochs in der Krypta des Hohen Domes und bald auch an Sonn- und Feiertagen in der Gaukirche, am Marktplatz, direkt gegenüber dem Dom. Ein Sonntag allerdings fiel bei diesem Angebot heraus: Am Sonntag nach dem Fest Christi Himmelfahrt war keine Messfeier möglich, benötigte die Innenstadtgemeinde St. Liborius den Kirchenraum selbst. Ein Ausweg war schnell gefunden: Eine Messe war möglich in Kleinenberg, der Marienwallfahrtsstätte im Paderborner Land. Damit verband sich rasch auch die Idee einer Wallfahrt.

Im Jahr 2008 begann, was in diesem Jahr - allerdings mit einer Terminverschiebung - wieder festlich gefeiert wurde. Beim ersten Mal war auch der Bürgermeister von Lichtenau mit seiner Frau unter den Pilgern. Das war durchaus bedeutsam, da ein kurzes Stück des Pilgerwegs über ein vielbefahrene Bundesstraße ging; im folgenden Jahr war diese Strecke entschärft durch einen frisch angelegten Fußweg: dem Bürgermeister und der Helferin vom Kleine Berge sei gedankt!

Wallfahrt nach Kleinenberg, Foto: Franz-Josef Mehring    Wallfahrt nach Kleinenberg, Foto: Franz-Josef Mehring

Hinweis: Per Klick auf die Bilder öffnen sich diese in einer Großansicht.

In diesem Jahr wurde nach dem Einzug zunächst eine Marienkerze geweiht, es folgte das österlichen “Vidi aquam” und die Spendung des Weihwassers. Dann begann die Heilige Messe in der alten Form, wie sie seit Gregor dem Großen gefeiert worden ist, von Pius V in Trient bestätigt und in die gültige Form gebracht. Die außerordentliche Form des römischen Ritus bewies ihrewirklich “außerordentlichen” Qualitäten. Ihre Schönheit strahlte geradezu auf: Festlich geschmückter Altar, prachtvolle Gewänder, Weihrauchschwaden, zahlreiche Ministranten, alle verfügbaren Register der Orgel, Proprium und Ordinarium von der Schola im Gregorianischen Gesang, viele “alte” Lieder, darunter das leider verdrängte “Wunderschön prächtige”. Die Predigt von Monsignore Brauer bewies, dass dieser Priester einer der vorzüglichsten Prediger in Paderborn ist: Maria, die “Rosa mystica”, die Mitte der Kirche. Aber die eigentliche Schönheit geschah - wie überall bei dieser Feier der Heiligen Messe - im erneuten, unblutigen Vollzug des Kreuzesopfers Christi. Sie strahlte ins Innere der Gläubigen, die ihre Anliegen vor dem Herrn und der Gottesmutter ausbreiteten und so in wirklicher, aktiver Teilnahme das Heilige Opfer mitfeierten. Ein Besucher äußerte das so: “Wir konnten endlich mal wieder geistig bei einer Messe voll auftanken.” Es waren also nicht nur “Tradis” gekommen, sondern viele Gläubige, auffallend viele junge Menschen, die hier zum ersten Male oder nach langer Zeit wieder diese heilige Messe feiern konnten.

Um 15 Uhr fand die Wallfahrt dann ihren Abschluß. Zwei Diakone aus Paderborn, die sich auf ihre Priesterweihe am nahen Pfingstfest vorbereiten, übernahmen die Andacht am “Brünneken” vor der Lourdesgrotte. In Prozession und im Wechselgesang die Lauretanische Litanei betend zog dann die Gruppe, zu der am Nachmittag noch weitere Beter hinzugekommen waren, zurück in die Wallfahrtskapelle, wo Monsignore Brauer zum Abschluß den sakramentalen Segen spendete.

Die Resonanz war auch in diesem Jahr äußerst positiv. “Ganz anders als sonst und doch wie immer schön!” - so ein Urteil, das am Rande zu vernehmen war. Das ist sicherlich die beste Ermunterung, die den verantwortlichen Organisatoren gegeben werden kann. Und im nächsten Jahr gibt es dann hoffentlich das erste Jubiläum, das zeigt, wie jung die “alte” Messe ist: Fünf Jahre “außerordentliche Messe” in der Marienwallfahrt zur Helferin vom Kleinen Berge.


  1. Die “alte Messe” wird auf Latein gefeiert, der Priester steht mit dem Gesicht zum Tabernakel (“ad orientem” - Artikel auf Zenit.org mit Erläuterungen dazu). Die “alte Messe” ist heute die außerordentliche Form der Liturgie der Kirche. Sie war von Zeiten der Frühkirche bis ins Jahr 1970 hinein in der Kirche als alleinige Liturgieform in Gebrauch. Informationen zur außerordentlichen Form gibt es u.a. auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz. Darüber hinaus gibt es im Internet bei einer Suche nach “alte Messe” eine ganze Reihe von Fundstellen. Seit 2007 kann diese außerordentliche Form unter gewissen Voraussetzungen wieder verwendet werden. Aus einem Artikel von Radio Vatikan: Mit Datum vom 7. Juli 2007 veränderte Papst Benedikt XVI. die Regeln für die im Volksmund so genannte “alte Messe”, also die Feier der Messe nach den alten Büchern anstelle jenes Messbuchs, das Papst Paul VI. nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erlassen hatte. Das apostolische Schreiben, als sogenanntes “Motu Proprio” erlassen, trägt den Titel “Summorum Pontificum”. (…) Das Messbuch von 1970, also das von Papst Paul VI. veröffentlichte, ist die ordentliche Form des Ritus der lateinischen Kirche. [Anm. d. Red.: Diese Form wird seit 1970 in den katholischen Kirchen verwendet.] Daneben soll es aber eine außerordentliche Form geben, nach dem Messbuch Johannes XXIII. von 1962 (Anm. d. Red.: hierbei handelt es sich um die “alte Messe”). Papst Benedikt betont, dass es sich nicht um zwei Riten handelt, sondern um zwei Anwendungsformen des einen Ritus. (Quelle) Zu diesem apostolischen Schreiben sind am 13. Mai diesen Jahres weitere Ausführungsbestimmungen veröffentlicht worden.  ↩

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