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Donnerstag, den 09. August 2018, 17:18 Uhr (veröffentlicht von Christian Hölscher) [Permalink]

Am Samstag ist das Patronatsfest des Hl. Alexanders

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Am Samstag ist das Patronatsfest unseres Pfarrpatrons, des Hl. Alexanders von Comana. Ich habe das zum Anlass genommen, unseren Artikel über den Hl. Alexander, der sich dauerhaft in der Rubrik über unsere Patronatsheiligen befindet, zu aktualisieren und um das zu erweitern, was sich in den letzten Jahren an weiteren Informationen angesammelt hat. Ich gebe den Artikel überarbeiteten unten wieder:

Der Hl. Alexander von Comana (Hl. Alexander Carbonarius) ist als Kohlenbrenner bekannt. Er war der erste Bischof des antiken Bistums Comana in Pontus. Comana ist heute ein Trümmerfeld beim Dorf Gümenek, 8 km nordöstlich von Tokat, in der Türkei. Das Bistum existiert heute nur noch als Titularbistum (Comana Pontica).

Es gibt nur sehr vage Informationen über den Hl. Alexander Carbonarius. In alten griechischen und römischen Kalendern kam er nicht vor. Das Wirken des Hl. Alexander Carbonarius ist überliefert, weil der Heilige in der Biographie des Hl. Gregor von Nyssa über das Leben des Hl. Gregor Thaumaturgos vorkommt. In der Biographie wird die Wahl des Hl. Alexanders zum Bischof beschrieben. Die Biographie wurde vom Hl. Gregor von Nyssa ungefähr 100 Jahre nach dem Tod des Hl. Alexanders im 4. Jahrhundert verfasst.

Der Beiname des Heiligen Alexanders hat den Hintergrund, dass er die Arbeit eines Kohlenbrenners verrichtete, auch aus Bescheidenheit und um weltlichen Ehrungen zu entfliehen, wie es heißt. Der Hl. Alexander wird teilweise als Philosoph bezeichnet. Nicht sicher ist, ob das wörtlich genommen werden kann. Seine Philosophie bestand wohl in erster Linie aus der Bevorzugung himmlischer vor irdischer Dinge und christlicher Demut. Das röm. Mart. gibt ihm den Beinamen eines sehr beredten Philosophen (Qui ex philosopho dissertissimo eminentem Christianae humilitatis scientiam adeptus).

Die Entdeckung der Tugenden des Hl. Alexanders habe lt. Abhandlung des Hl. Gregors von Nyssa dazu geführt, dass der Hl. Gregor Thaumaturgos Alexander zum Bischof von Comana gemacht habe. Der Hl. Gregor Thaumaturgos sollte seinerzeit dabei helfen, einen Bischof für Comana zu finden, so die vom Hl. Gregor von Nyssa verfasste Biographie über den Hl. Gregor Thaumaturgos. Eine große Versammlung mit vielen Kandidaten hatte sich demnach eingefunden. Doch keiner der Vorgeschlagenen habe dem Bischof gefallen. Er habe die Versammlung ermahnt, sich doch einmal unter den Leuten des einfachen Standes umzusehen. Daraufhin sei scherzhafterweise Alexander der Köhler vorgeschlagen worden. Das habe bei der Versammlung abwertendes Gelächter ausgelöst. Doch habe der Hl. Gregor diesen Vorschlag sehr ernstgenommen, er habe ihn genau untersucht und zu seiner größten Freude entdeckt, dass er einen wahren Schatz gefunden hatte.

In der näheren Unterredung mit Alexander habe Gregor erfahren, dass er von vornehmer Herkunft sei und ein beträchtliches Vermögen besessen habe. Er habe jedoch allem entsagt, um Jesus in seiner Demut und Armut gleichförmig zu werden. Auf die Frage des Bischofs, warum er gerade das Köhlerhandwerk ausübe, habe Alexander geantwortet: "Ich bin jung und nicht übel gebildet; diese Vorzüge könnten mir zum Fallstricke gereichen. Ich sehe den Kohlenstaub als eine Lava an, die mich dem Anblick der Welt entzieht."

Nach dieser Unterredung mit Alexander sei der Bischof in die Versammlung zurückgekehrt und habe lange von den Eigenschaften eines guten Bischofs geredet. Er habe seine Rede mit den Worten beendet: "Wundert Euch nicht, wenn Ihr Euch geirrt habt an diesem Mann, den Ihr sinnlich beurteilt habt. Der Teufel hätte wohl gern dieses kostbare Gefäß der Erwählung wertlos gemacht, indem er es zerschmetterte."

Alexander habe vollkommen dem bei seinem Auftreten zurückgelassenen Eindruck entsprochen, weshalb ihn der Heilige Gregor zum Bischof geweiht habe. Der Hl. Alexander habe die Kirche von Comana mit Klugheit und Weisheit regiert.

Soweit die Überlieferung. Das Todesjahr des Hl. Alexanders ist nicht sicher. Teilweise wird es mit 250 oder 272 nach Christus zur Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius - oder unter Kaiser Aurelian - angegeben. Der Hl. Alexander ist den Märtyrertod gestorben und soll bei lebendigem Leib verbrannt worden sein.

Der serbisch-orthodoxe Bischof Nikolaj Velimirović (Informationen hier) hat in seinem Prolog von Ochrid einen Lobgesang zum Hl. Alexander Carbonarius niedergeschrieben:

Menschen schauen auf Kleidung und das Gesicht,
Aber Gott schaut auf die Seele und das Herz.
Der glorreiche Alexander, ein Kohlenbrenner war er:
Beim Kohlenbrenner, ist der Körper schwarz geworden
Und vom Ruß, den Wasser reinigt;
Im Sünder, ist das Herz verdunkelt
Welches nur das Feuer des Glaubens reinigen kann,
Das Feuer des Glaubens und der Schrei nach Buße.
Es ist leichter, die Haut eines Kohlenbrenners zu reinigen
Als das schwarz gewordene Herz eines Sünders.
Alexander, mit Bescheidenheit, bedeckt
In einer Höhle verborgen, als eine verborgene Flamme,
Dem Gelächter einer leichtgläubigen Welt ausgesetzt, das war er.
Die Welt hat nicht gesehen; Gregor sah:
Mit einem scharfsinnigen Geist, verstand der Kohlenbrenner.
Und in ihm, fand er einen Heiligen,
In der dunklen Höhle, eine wunderschöne Flamme,
Unter der Maske des Wahnsinns, große Weisheit,
Unter dem dreckigen Ruß, ein reines Herz,
Eine königliche Seele in verfallenen Lumpen.
Dass das Licht verborgen bleibe, lässt der Herr nicht zu,
Zur passenden Zeit, verkündet das Licht,
Für das Wohl und die Erlösung der Menschen.
Alles ist wunderbar, was Gott urteilt.

Die obige Fassung des Lobgesangs wurde aus dem Englischen übersetzt. Quelle der englischen Fassung: St. Alexander Of Comana, dormitioninconcord.wordpress.com.

Der damalige Pfarrer von Iggenhausen, Anton Brockmann, schreibt in seiner Pfarrbeschreibung im Jahr 1848, dass vermutet wird, dass ein Iggenhauser Adeliger zur Zeit der Kreuzzüge zwischen 1100 und 1200 von Alexander Carbonarius auf einem Kreuzzug gehört und nach seiner Rückkehr vom Kreuzzug eine Kirche in Iggenhausen zu Ehren des Hl. Alexander Carbonarius erbaut haben könnte. Der Heilige sei "auch wohl kaum anderswo in der Diözese Patron einer Kirche", so Pfr. Anton Brockmann im Jahr 1848.

Auf kirchlichen Abbildungen wird der Hl. Alexander im bischöflichen Ornat mit den Zeichen des Kohlenbrenners dargestellt (auf dem Evangelienbuch in der Hand liegen fünf schwarze Kohlen).

Der Hl. Alexander Carbonarius ist Patron der Köhler. Sein Gedenktag ist am 11. August.

Quellen:


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